Geschichte zur vaterländischen Rede bei der Neustädter Schützengilde

Es liegt wohl am zunehmenden Alter des Menschen begründet, daß er nach Quellen und damit zum Ursprung einer Sache sucht - so auch zur vaterländischen Rede.
Diese gehört seit Jahren zum Höhepunkt und somit zum festen Bestandteil beim Gildefrühstück am Tage des Vogelschießens bei der Neustädter Schützengilde.
Nachfragen bei anderen Gilden in SH ergaben, daß es sonst bei anderen Gilden diese nicht gibt.
Versuche, den Ursprung zu ermitteln, scheiterten an fehlenden Unterlagen.
Nach Sichtung der Akten stehen jetzt die Protokolle aus den Jahren 1952-1977 und 1977-1993, sowie Zusammenfassungen von Jahresberichten und Presseveröffentlichungen des Neustädter Reporters zur Verfügung.
Auf Nachfrage beim Norddeutschen Schützenbund gab es einen Hinweis im Internet über eine Darstellung der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte unter "das Vaterland wird entdeckt".
Nach dem Wiener Kongreß 1818/19 und der damit verbundenen Neuordnung Europas wurde es in Deutschland zur geschichtlichen Leitwissenschaft deutsche Geschichte zu erforschen.
Somit wurde '"Vaterland" und vaterländisch zu Lieblingsworte der Historikergeneration. Da entsprechende Aufzeichnungen fehlen ist es nicht ersichtbar, wann im 19. und dann in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert vaterl. Reden bei Traditionsvereinen gehalten worden sind.
Durch die Neuordnung Europas nach dem 2. Weltkrieg und die damit bekannten Folgen der Abtrennung (Saarland) und Teilung Deutschlands, ist die Bedeutung des"Vaterlands" wieder gestiegen.
Nach der Neugründung der Neustädter Schützengilde 1951 kann man in den Schriften erfahren, daß Rede gehalten worden sind, meist wohl von dem amtierenden König., so heißt es 1969: "Redefolge beim Frühstück" Königsrede (nach dem Hauptgang)
In Zeitungsberichten von 1955 und 1966 ist zu lesen:
Beim gemeinsamen Frühstück in der Schützenhalle, zu dem auch Gäste geladen waren, verging 
die Zeit wie Fluge. Reden und Gegenreden wechselten miteinander, viele Hochs wurden ausgebracht und erwidert. Da es sich um einen "Eigenbericht" handelt, hätte man sicherlich den Begriff - vaterländische Rede verwendet.
In einer Aufzeichnung einer Vorstandsssitzung von 1967 steht geschrieben, daß Dr. Friedrich Wittrock die vaterländische Rede bei Gildefrühstück halten soll.
Nach den heute bekannten Unterlagen wird hier erstmalig die Rede so benannt.
Es ist verwunderlich, daß dann, aus welchen Gründen auch erst 1972 wieder von einer vaterländischen Rede geschrieben steht.
Im Jahresbericht von1970 wird erwähnt, daß Kommandeur Robert Prüß, stets in Platt, bei den Gildefesten das Wort ergriffen hat und in launiger Art und trockenem Humor zum Gelingen beigetragen hat.
1971 hielt der König, Dr. med. Werner Gast eine Ansprache an die Gilde und Gäste zu Beginn des Vogelschießen. Er kritisiert, daß anscheinend die Jugend die Begriffe - Volk, Vaterland, Ehre und Pflicht als lächerliche Überbleibsel einer versunkenen Zeit betrachten.
Auch fehlt der Begriff "vaterländische Rede", wenn auch der Inhalt eindeutig einer solchen zugeordnet werden kann.
1972 hielt der frühere Bürgermeister, Joachim Wollenberg die vaterländische Rede in der er das gemeinsame Zusammenfinden hervor hob. Kritik nur um der Kritik willen ist fehl am Platz folgerte er.

Diese Darstellung entspricht dem heutigen Stand.

Sollten sich durch bisher nicht gesichteten Unterlagen neue Erkenntnisse ergeben, so würden diese in einer Berichtigung oder Ergänzung führen.

Es folgt jetzt die Aufstellung der Redner bis 2016. In Kurzform ist auch der Inhalt der Rede genannt. 

 JAHR   REDNER "Vaterländische Rede" Thema
 1961
  Heinz Bredfeldt
 Stadtgeschichte
 1969
  Kurt Schnoor
 Königsrede, Königsjahr
 1970
  Heinz Bredfeldt
 aus der Gilde
 1971
  Heinz Bredfeldt  Stadtgeschichte - Gilde
 1972
  Joachim Wollenberg - Bürgerm.
 Zusammenfinden, Kritik nicht Selbstzweck
 1973
  Heinz Bredfeldt  König - Stadt-/Landesgeschichte
 1974
  Heinz Bredfeldt  Gilde und Jugend
 1975
   
 1976
  Horst Colschen
 Einigkeit und Recht und Freiheit
 1977
  August Fiedler
 Vaterland
 1978
  Hans Gehm
 Deutsche mehr Selbstbewußtsein
 1979
  Harald Zeh
 Europa
 1980
  Robert Koch
 Entwicklung Deutschlands
 1981
  Hubert Frahm
 Heimat, Neustadt
 1982
  Dieter Morschheuser
 Vaterland, Gesinnung, dt. Ostgebiete, Teilung Deutschlands
 1983
  Karl -Heinz Liebelt
 Vaterland, Teilung
 1984
  Dr. Werner Kaeselau
 SH- Geschichte
 1985
  Horst Colschen
 Deutsche Einheit
 1986
  Albert Haase
 Öffnung der Gilde, Jugend, Angebote
 1987
  Dr. Werner Gast
 Preußen
 1988
  Uwe Muchow  Vaterland, Heimat
 1989   Hunus Koch
 Geschichte des Vogelschießens
 1990   Uwe Winsel  Deutschland Lied
 1991   Dirk Hoffmann  Wiedervereinigung
 1992   Eberhard Peters   17. 06. 1953
 1993   Günter Schulz  Europa
 1994   Heinrich Evers  Plattdeutsche Sprache
 1995   Dr. Werner Gast  Vaterland
 1996   Ralf Gütlein  Vaterland
 1997   Carsten Niemann  Verlieren wir unser Vaterland
 1998   Ernst-August Petsch  Nato, Sicherheitspakte
 1999   Wolfgang Scheel  50 Jahre Grundgesetz
 2000   Edgar Prinz  
 2001   Uwe Henning  Einwanderungsland, Nation
 2002   Jens Böttcher  vaterländische Denken
 2003   Holger Kaufmann  Sicherheitsperspektive
 2004   Günter Schulz  Europa Union
 2005   Egon Wicklein  Wirtschaftswunder
 2006   Sven Dabelstein  Vaterland sind wir Alle
 2007   Ulf Dittmer  was kannst Du für dein Land tun...
 2008   Heinrich Evers
 Wiederholung der Rede von J.H. Koch 1989
 2009   Hubert Frahm
 was ist des Deutschen Vaterland
 2010   Günter Schulz
 Ehrenamt
 2011   Eckert Groth
 Bürgersinn
 2012   Uwe Muchow
 Kultur, Tradition
 2013   Hartmut von Halle
 Deutsche Flagge, Traumschiff Deutschland
 2014   Holger Frank
 wohin driftet Deutschland
 2015   Sven Gösch
 Zuwanderung, Ausländerhass
 2016
  Albert Haase
 was "beschützen" wir, Silber-Handwerk
 2017
  Redner gesucht ...
 

   

   
     



Die Vaterländische Rede 2016 - von Albert Haase

Vaterländische Rede 2016

Albert Haase

Die Rede wurde "offen" gehalten und liegt daher leider auch nicht als Text vor.




Die Vaterländische Rede 2015 - von Sven Gösch
PDF - zum Download bitte KLICKEN

Vaterländische Rede 2015

Sven Gösch

Majestäten, verehrte Gäste, liebe Schützenbrüder,

die Vaterländische Rede ist für mich in jedem Jahr eines der ersten Highlights am Tag des Vogelschießens.Zumeist von erfahrenen Schützenbrüdern gehalten, saß ich im letzten Jahr mit dem Ältermann beim Katerfrühstück am Sonntagmorgen zusammen und fragte ihn, ob es nicht mal möglich ist, dass diese traditionelle Rede von einem „ jungen Schützenbruder“ vorgetragen wird. Unser Ältermann sagte spontan:,, Finde ich gut, dass du das machen möchtest - ich werde das gleich notieren.“

Da saß ich nun mit meinem Talent. Über was willst du reden? Welches Thema gab es in den letzten Jahren nicht? Was willst du, als junger Spund, über Deutschland, Deinem Vaterland erzählen.

Im letzten Jahr wurde die Vaterländische Rede von meinem Schützenbruder Holger Frank gehalten. Er beendete seine Rede mit den Worten - ich bin Stolz ein Deutscher zu sein. Auch wenn ich weiß, wie er diesen Satz gemeint hat, müssen wir auf Grund unserer Geschichte mit solchen Äußerungen immer noch sehr vorsichtig sein. Aber warum???

Leider müssen wir in Deutschland immer noch zu oft Berichte über ausländerfeindliche Angriffe und- ja nennen wir es mal beim Namen - „Ausländerhass“ erleben. Und das ist für mich eine sehr traurige Geschichte.

Daher lautet mein Thema heute:

Unser Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg und damit verbunden die Geschichte der Zuwanderung nach Deutschland nach 1950.

Im Internet habe ich Folgendes gefunden:

Aufgrund des rasanten Wirtschaftswachstums kam es Mitte der 50er-Jahre zu einem Arbeitskräftemangel. Die Bundesrepublik begann im Ausland Arbeitskräfte anzuwerben. Die Boomjahre der Anwerbung endeten 1973. Die Zuwanderung nahm nach der Wiedervereinigung stark ab.

Massenmigration gab es nicht nur in modernen Industriegesellschaften. Zwischen 1821 und 1924 wanderten etwa 55 Millionen Menschen aus Europa nach Übersee aus. Die Kolonialisierung und ebenso die Entkolonialisierung lösten größere Migrationsbewegungen aus. Nach den beiden Weltkriegen kam es in Europa zu Massenflucht und Vertreibung.

Die Anwerbung von "Gastarbeitern"

Ende der 40er-Jahre ebbte der durch den Zweiten Weltkrieg verursachte Zuzug von Flüchtlingen und Vertriebenen ab. Mitte der 50er-Jahre, als ein rasantes Wirtschaftswachstum zu einem Arbeitskräftemangel führte, begann auch die Bundesrepublik Arbeitskräfte im Ausland anzuwerben. 1955 wurde der erste Anwerbevertrag mit Italien geschlossen. Abkommen mit Spanien und Griechenland folgten 1960. Weitere Abkommen wurden mit der Türkei (1961), Marokko (1963), Portugal (1964) Tunesien (1965) und Jugoslawien (1967) geschlossen.

Allerdings war der Zuzug ausländischer Arbeitskräfte zunächst quantitativ wenig bedeutsam, da der Arbeitskräftebedarf bis zum Bau der Berliner Mauer 1961 weitgehend mit übergesiedelten Personen aus der DDR gedeckt wurde.

Erst danach wurden ausländische Arbeitskräfte in großer Zahl angeworben und bereits 1964 wurde der einmilllionste Gastarbeiter in Deutschland begrüßt und mit einem Motorrad beschenkt. 1973, als in Folge der Ölkrise ein Anwerbestopp verhängt wurde, lebten knapp 4 Millionen Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland.

In den Boomjahren der Anwerbung von den 60er-Jahren bis zum Anwerbestopp 1973 wurden ausländische Arbeitskräfte angeworben, um den Arbeitskräftebedarf in der industriellen Massenfertigung, der Schwerindustrie und dem Bergbau zu decken. Dabei handelte es sich überwiegend um Tätigkeiten, die nur geringe Qualifikations-anforderungen stellten. Entsprechend war auch der Qualifikationsgrad dieser Arbeitskräfte vergleichsweise niedrig und sie gliederten sich am unteren Ende der Arbeitsmarkthierarchie ein. Die Anwerbung sollte jedoch nicht zu einer dauerhaften Niederlassung ausländischer Arbeitskräfte führen. Es sollte lediglich der Bedarf an gering qualifizierten Arbeitskräften während der Hochkonjunkturphase überbrückt werden. Da die Arbeitsverträge zunächst befristet waren, kamen viele Arbeitskräfte ohne Familie. Erst mit der zunehmend längeren Aufenthaltsdauer wurden auch Familien nachgeholt.

Einige werden sich jetzt fragen - was hat das denn mit heute zu tun?

Ist es heute nicht immer noch so, dass wir Menschen mit….. wie hieß es eben….. geringen Qualifikationsanforderungen beschäftigen? Nehmen wir mal die Erntehelfer. Welche Gründe gibt es, Osteuropäer anstatt Deutsche für diese Arbeit zu beschäftigen?

Beim Schreiben dieser Rede habe ich mich irgendwann gefragt,

-wann ist man eigentlich Ausländer?

-Warum behandeln wir Menschen mit anderer Hautfarbe anders, als zum Beispiel Menschen aus der Schweiz?

-Bin ich kein Ausländer mehr, wenn ich eingebürgert wurde?

Hier gehen die Meinungen doch sehr oft auseinander. Für mich ist rechtlich erstmal jeder „Ausländer“, der keinen deutschen Pass hat. Das finde ich auch gar nicht schlimm, denn egal in welchem Land ich Urlaub mache, bin ich dort auch „Ausländer“.

Wenn die Zahlen im Internet stimmen, lebten im letzten Jahr 8,2 Millionen Ausländer in Deutschland, dazu kommen 9,7 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Zusammen sind das ca. 20% unserer Bevölkerung.

Lagen wir uns im letzten Jahr nicht alle in den Armen? Ja WIR sind Weltmeister und so bezeichnet sich doch gerne jeder Deutsche. Alle haben sich gefreut und das obwohl wir einen großen Anteil an Deutschen mit Migrationhintergrundin unserer Nationalmannschaft haben.

In jedem Beruf, in der Politik und gerade im Sport sind viele Menschen beschäftigt, die entweder einen Migrationhintergrund haben, oder eben Ausländer sind.

Solange sich jeder an die Rechte und Pflichten in unserem Land hält jeder bemüht ist, sich in unser soziales demokratisches Umfeld zu integrieren, halte ich das auch für legitim!

In unserem Grundgesetzt heißt es:

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. Das deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

Ich möchte mit meiner Vaterländischen Rede zum Ausdruck bringen, dass es Jahre gab und es auch heute noch so ist, dass wir in Deutschland auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen sind.

Leider mussten auch wir in unserer Geschichte erleben, was Völkermord bedeutet. Ist es da nicht unsere Pflicht, den Menschen zu helfen, die auch heute noch vor diesem Terror fliehen?

In Deutschland haben wir glücklicherweise das Recht auf freie Meinung und es liegt mir auch fern, Jemandem meine Meinung aufzuzwingen. Mein leider schon lange verstorbener Großvater hat einmal zu mir gesagt, da war ich ungefähr 10 Jahre alt: „Wir haben den Krieg nicht verloren, wir wurden befreit“! Im Übrigen war der, der unsere Geschichte so negativ beeinflusst hat, auch kein Deutscher!

Ich habe nichts gegen Ausländer – im Gegenteil! In meiner beruflichen Vergangenheit hatte ich immer mit vielen Menschen - und die Betonung liegt hier auf dem Wort Menschen - unterschiedlichster Nationalitäten zu tun. Wir haben uns immer gut ergänzt - egal ob im Job oder im Sport.

Meine ganz persönliche Meinung zu diesem Thema ist:

Wir als Deutsche sollten unseren Beitrag dazu leisten, jedem Menschen die Möglichkeit zu geben, sein Leben ohne Verfolgung und Mord zu bestreiten. Aber nicht um jeden Preis - die Probleme, die wir ja nun mal im eigenen Land haben, dürfen wir hierbei natürlich nicht außer Acht lassen.

Abschließend möchte ich nur noch sagen, dass auch ich stolz bin, ein Deutscher zu sein!

Vielen Dank!


Die Vaterländische Rede 2014 - von Holger Frank
PDF - zum Download bitte KLICKEN


Sehr geehrter Herr Bürgervorsteher, Majestät,
sehr geehrte Gäste, liebe Gildebrüder,

ich habe mich gefragt seit wann es die „Vaterländische Rede“ gibt und wie sie entstanden ist und ich fragte bei alten Mitgliedern nach.
Vaterländische Gedanken sind auf den Schützenfesten der Neustädter Schützengilde immer geäußert worden. Aufzeichnungen darüber gibt es keine. Die „Vaterländische Rede“, sowie sie heute gehalten wird, soll esseit etwa 1960 geben, also seit ungefähr 55 Jahren, es ist daher schon viel gesagt worden.
Mein Thema heute lautet:
Wohin driftet Deutschland, haben nationale Tugenden und Traditionen heute noch ihren Wert?
Kein ganz unumstrittenes Thema. Bevor ich jedoch in das Thema einsteige, möchte ich aus meiner Sicht eines klar stellen was mich immer wieder ärgert.
Jeder, der in unserem schönen Land lebt, sollte sich auch mit ihm identifizieren. Ist er Staatsbürger dieses Landes, dann übernimmt er auch Pflichten neben seinen Rechten. Dazu gehört für mich z.B.dass bei nationalen oder inter-nationalen VeranstaltungenRepräsentanten unseres Landes die Nationalhymne mit singen, wenn diese ertönt.
In jedem Land aufdieser Erde haben die Einwohner Tugenden und Traditionen. Sie leben mit ihnen, sie leben in ihnen. Es ist genau das, was ein Volk so besonders macht. Das Wort Tugend kommt von taugen, der Eignung eines Menschen, seine Fähigkeit, eine wertvolle Leistung zu erbringen. In der Antike spricht man von den vier Kardinaltugenden:
- Klugheit
- Gerechtigkeit
- Mäßigkeit
- Tapferkeit.
Seit 1797, dem Regierungsantritt Friedrich Wilhelms III. erklangvom Glocken-turm der Potsdamer Garnisonskirche alle halbe Stunde ein Glockenspiel mit einer Melodie aus der Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart. Der dazu-gehörige Text sind die ersten Zeilen des Gedichtes von Ludwig Christoph HeinrichHölty an seinen Sohn „ üb` immer Treu und Redlichkeit“.
Sie galt als Sinnbild preußischer Moraltugend.
Die Kirche wurde im 2. Weltkrieg zerstört.Seit 1991 gibt es ein nachgebildetes Glockenspiel in der Nähe des Kirchenstandortes. Die halbstündlichen und stündlichen Choräle erklingen seitdem wieder.
Wie steht es heute mit den anderen „sogenannten“ deutschen Tugenden.
Mit:
Fleiß, Unbestechlichkeit, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit oder Sparsamkeit, Aufrichtigkeit und Bescheidenheit ?
Aufgrund unserer unseligen Vergangenheit hat die links orientierte 68ziger Bewegung diese Tugenden zu entbehrlichen Sekundärtugenden degradiert und die grundlegenden christlichen Tugenden( Glaube, Liebe, Hoffnung ) sowie die bereits erwähnten antiken Grundsätze ( Klugheit, Gerechtigkeit, Mäßigkeit und Tapferkeit ) in den Vordergrund gestellt. Das sind sicherlich edle und für das menschliche und gesellschaftliche Zusammenleben unentbehrliche Grundsätze. Die erwähnten sogenannten deutschen Tugenden sind aber der Grundstein für unseren Wohlstand. Einigesind in den letzten Jahren ein wenig in Vergessen-heit geraten.Wir das Land der Pünktlichkeit, Wertarbeit und Disziplin sind in der jüngsten Vergangenheit weltweit unangenehm aufgefallen.
Als nur einige Beispiele nenne ich:

- das Prestigeobjekt Hauptstadtflughafen dessen Inbetriebnahme immer weiter hinausgezögert wird, über die Kostenexplosion ganz zu schweigen
- das Großprojekt Hamburger Elbphilharmonie, was
- ursprünglich einmal 77 Millionen Euro kosten sollte, heute spricht man von mehr als 500 Millionen Euro
- in der Spundwand des nagelneuen Jade-Weser-Ports in Wilhelmshaven sind weit über 100 Risse entdeckt worden, Schaden ca. 25 Millionen Euro.
Dennoch ist Deutschland berühmt für seine Innovationen. Die in Deutschland gefertigten Produkte sind nach wie vor weltweit gefragt und begehrt und unsere Kanzlerin ist weltweit geachtet.
Schon 2006 forderte der damalige brandenburgische Ministerpräsident Platzeck die Rückbesinnung auf preußische Tugenden. Die Grundeigenschaften wie Anständigkeit, Verlässlichkeit und Pflichterfüllung sollten in Deutschland wieder Einzug halten.
Jetzt möchte ich noch ein wenig intensiver auf die sogenannten Primärtugenden, die Kardinaltugenden aus der Antike eingehen.
Die Klugheit ist die Fähigkeit, Zusammenhänge zu durchschauen und das Wesentliche darin zu erkennen. Die daraus resultierende nächste Stufe ist die Weisheit. Die meisten von uns sind in dem Alter, diese Stufe bereits erklommen zu haben, zumindest sollte es so sein. Das dieses auf die Jugend in Deutschland zur Zeit nicht so uneingeschränkt zutrifft, zeigen die Pisastudien der OECD, welche in dreijährigem Rhythmus bei Schulkindern in Europa erhoben werden. Nun sind Statistiken in vielen Fällen allerdings nicht so aussagekräftig wie sie immer dargestellt werden. Ich halte das föderalistisches Schulsystem in dem jedes Bundesland seine eigenen Schulgesetze macht für kein gutes System. Jedes Bundesland experimentiert und unsere Kinder und Enkelkinder bleiben auf der Strecke.
Wir sind das Land der Dichter und Denker, wie es so schön heißt. Früher legten unsere Eltern wert darauf, dass wir, die Nachkommenschaft, uns gewählt auszudrücken vermochten. Wo ist unsere Sprachkultur geblieben. Heute sind Worte wie krass, geil, ätzend etc. in den täglichen Sprachschatz integriert. Kaum jemand reagiert negativ, wenn man sie benutzt. Es werden keine klaren Worte mehr gesprochen, unmissverständliche Redewendungen sind heute nicht mehr aktuell, alles wird zerredet.
Dazu ein kleines Beispiel:
- die zehn Gebote bestehen aus 279 Worten
- die amerikanische Unabhängigkeitserklärung besteht aus 300 Worten- die EU-Verordnung über den Import von Karamellbonbons hat exakt 25.911 Worte
Die Grundnorm des weltweiten menschlichen Zusammenlebens ist die Gerechtigkeit. Kaum etwas empört Menschen so sehr wie Ungerechtigkeit. Daher berufen sich in allen Staaten Gesetzgebung und Rechtsprechung auf sie. Die häufigste Darstellungsform in westlichen Kulturkreisen ist Justitia mit der Waage in der einen Hand, dem Schwert in der anderen Hand und der Binde vor den Augen. Bei den alten Griechen hat die Gerechtigkeit mit innerer Einstellung zu tun. Sie ist eine von den herausragenden Tugenden, eine Charaktereigen-schaft, welche immer in Bezug auf andere Menschen zu setzen ist. Dass sich da bei den heutigen Griechen ein kleiner Wandel vollzogen hat wissen wir alle.
Auf Deutschland bezogen muss ich sagen, dass weltwirtschaftliche Probleme, Klimawandel und demographische Entwicklungen diese Tugend aber auch bei uns in einem etwas anderen Licht erscheint. Auch in Deutschland hat Gier und Verantwortungslosigkeit einiger Weniger mit zur Finanzkrise beigetragen. Mit preußischer Treu und Redlichkeit hatte das nichts zu tun, was Steuerflüchtlinge, Steuerhinterzieher und Plagiatsfälscher gemacht haben. Als Exportweltmeister der für seine technologischen Innovationen und sein „Made in Germany“ in aller Welt Anerkennung genießt, hat unser Land solche Entgleisungen nicht nötig.
Die Mäßigkeit ist auch eine der Tugenden, die ein Volk auszeichnet. Synonyme Begriffe dafür sind: Besonnenheit, Selbstbeherrschung , Zurückhaltung, Bescheidenheit, Zufriedenheit, um nur einige, wie ich finde, wichtige zu nennen. Sind das Dinge, die den Deutschen mit steigendem Wohlstand vielleicht ein wenig verloren gegangen sind?
Im Lexikon steht: Mäßigkeit ist die sittliche Kraft, welche eine ausgewogene Lebensweise ermöglicht. Exzesse ebenso wie Empfindungslosigkeit sind nicht akzeptabel. Insbesondere im Ausland sollten Landsleute unsere Nation im besonderen Licht darstellen. Wir alle wissen, wie unangenehm und laut wir uns teilweise im Ausland bewegen.
Tapferkeit ist ein in der deutschen Sprache seit der alt- und mittelhochdeutschen Heldendichtung geprägter Begriff. Er hat seine Vorläufer aber bereits in der klassischen Antike. Er findet hier Verwendung als Mannhaftigkeit für einen Menschen, der sich damals durch hoch im Kurs stehende männliche Tugenden auszeichnete. Wer Tapferkeit bewies galt als mannhaft, furchtlos und tüchtig. Für mich gehören die beiden Begriffe Tapferkeit und Mut zusammen, denn das eine kann meines Erachtens ohne das andere nicht existieren. Nun mag man glauben, dass dieses Begriffe aus den vergangenen Jahrhunderten sind. Das ist aber ganz und gar nicht der Fall. Es gibt gerade aus der jüngsten Vergangenheit viele Fälle in denen Mut und Tapferkeit bewiesen worden ist. Der Mut den Leuten entgegen zu treten, die andere drangsalieren und die Tapferkeit zu haben das zu erdulden, was einem bei und nach der Hilfeleistung alles widerfährt. Es gibt aber leider immer noch viel zu Wenige, die den Mut und die Tapferkeit aufbringen sinnvoll zu handeln. Wichtig ist jedoch überhaupt sich einzubringen.
Um die Traditionen der Deutschen mache ich mir weniger Gedanken. Sie sind gegenwärtig und werden fast überall gelebt.
Seien ist es die unterschiedlichsten Hochzeitsbräuche, die wir praktizieren, Oktober- und Folklorefeste, Schützenfeste, Jahrmärkte und andere Volksfeste. Sie sind in der ganzen Welt berühmt und jedes Jahr werden Millionen von Besuchern erwartet.
Wir Deutsche haben als Reaktion auf die Kaiserzeit und das Dritte Reich in eine falsche Richtung überreagiert. Das Bewusstsein der historischen Schuld ist zwar noch sehr präsent, die Mehrheit der Deutschen möchte sich aber nicht mehr davon einschränken lassen. Das haben Erhebungen von Soziologen der Universität Hohenstein ergeben. In der Vergangenheit war es so, dass eine nationale Orientierung oder Gesinnung mit Nationalismus oder Faschismus gleichgesetzt wurde. Inzwischen hat die Bevölkerung erkannt, dass wir in dieser Hinsicht und im Spiegel der Weltöffentlichkeit bereits wesentlich mehr dürften als wir uns selbst erlauben. Große Teile der Bevölkerung sind der Ansicht, dass Schule, Politik und Medien viel zu selten ein positives Bild des Deutsch-Seins vermitteln. 73% der Deutschen teilen mittlerweile den Wunsch nach einem stärkeren Wir-Gefühl. Wir wollen wieder mehr Selbstbewusstsein im Hinblick auf nationale und kulturelle Identität zeigen. Dazu hat das weltweite Wohl-wollen, welches uns als Gastgeber während der Fußballweltmeisterschaft 2006 entgegengebracht wurde in hohem Maße beigetragen. Wir haben uns einfach gut gefühlt in diesen Wochen. Wir sollten uns viel mehr trauen, denn ich kenne keine Nation, die so viel geschafft hat wie unsere. Fast 80% der Deutschen fühlen heute wieder eine tiefe Verbundenheit mit dem eigenen Land und würden sich mit großer bis sehr großer Bestimmtheit wieder für die deutsche Staats-bürgerschaft entscheiden.
Es gibt aber Landsleute, wie unser Nobelpreisträger Günter Grass die „sich schämen, Bürger in einem Land zu sein, dass zu einem bloßen Wirtschaftsstandort verkommen ist“.

Ich bin stolz darauf ein Deutscher zu sein!
Ich danke Ihnen und Euch für die Aufmerksamkeit.




Die Vaterländische Rede 2013 - von Hartmut von Halle
PDF - zum Download bitte KLICKEN

Liebes Königspaar, liebe Majestäten,
verehrte Älterleute, liebe Schützenschwestern und –brüder,

sehr geehrte Damen und Herren,

solange ich Mitglied der Gilde bin, ist es mein Traum gewesen, hier vor Sie hinzutreten und es meinen Vorgängern, denen ich mit höchstem Respekt zugehört habe, gleich zu tun und die Vaterländische Rede zu halten.

Als ich dann anfing, mich mit dem Thema zu befassen, merkte ich schnell, dass das nicht ganz so einfach ist, wie ich es mir vorgestellt hatte und in mir kamen erste Zweifel, ob ich mich damit nicht vielleicht doch übernommen hätte.

Schnell wieder absagen – nein diese Schwäche wollte ich mir nicht leisten.

Der Blick ins Internet brachte leider auch kaum Hilfe und so setzte ich mich dann hin und versuchte meine seit langem vorhandene Idee umzusetzen.

Die Deutschen und die Deutsche Flagge

oder

200 Jahre Schwarz/Rot/Gold !

Denn was liegt näher als dieses Thema, arbeite ich doch seit 1975 mit zwei Unterbrechungen (beim reporter und bei einer dänischen Reederei) in der Neustädter Reederei Peter Deilmann und außerdem ... in diesem Jahr bestehen die Farben schwarz/rot/gold seit genau 200 Jahren.

Ein Thema, dass schon Ende letzten Jahres an Bedeutung gewonnen hatte, als die Flagge des Traumschiffs DEUTSCHLAND plötzlich Malta werden sollte.

Ein Sturm der Entrüstung ging durch die Presselandschaft in ganz Deutschland und die neue Geschäftsleitung gab schließlich ihre Pläne auf.

Die DEUTSCHLAND bleibt das echte Traumschiff mit Heimathafen Neustadt in Holstein und fährt weiterhin als einziges Kreuzfahrtschiff unter Deutscher Flagge, wie bereits alle anderen Schiffe (außer der REGINA MARIS) der Reederei seit Ihrer Gründung vor über 40 Jahren durch den 2003 verstorbenen Peter Deilmann.

Viele von Ihnen – zumindest alle meines Jahrgangs und älter können sich vielleicht erinnern, welche Bedeutung die Deutsche Flagge früher für uns hatte: KEINE ! Kaum jemand kam auf die Idee sich einen Fahnenmast vor die Tür zu stellen und zu besonderen Anlässen Flagge zu zeigen oder gar sich die Farben der Deutschen Flagge ins Gesicht zu malen, wie es in anderen Ländern ein ganz normaler Brauch war und ist.

Eigentlich erst seit jenem denkwürdigen Fußball-Weltmeisterschafts-turnier war plötzlich alles anders. Die Flaggen schossen wie die Pilze aus dem Boden. Ein Heer von beflaggten Autos zog durch die Straßen, Flaggen hingen aus dem Fenster und wehten an den Masten.

Im Fernsehen zeigten sich die führenden Politiker bei Ihren Reden so, wie es beispielsweise in Amerika mit dem Sternenbanner schon immer usus war ... mit der Deutschen Flagge im Hintergrund.

Eine Nation erwachte aus ihrem Trauma der Vergangenheit und zeigte plötzlich stolz - ein ganz natürliches Nationalbewusstsein, das auch im Ausland ohne Scheu mit Bewunderung akzeptiert wurde.

Blicken wir aber einmal zurück.

Jedes Land hat seine eigene Flagge. Die Flagge Japans zum Beispiel ist weiß mit einer roten Sonne. Und das Sternenbanner der USA hat sieben rote, sechs weiße Streifen und 50 weiße Sterne.

Aber warum eigentlich haben wir schwarz-rot-gold? Wie ist die deutsche Flagge zu diesen Farben gekommen?

Dass die deutsche Flagge schwarz/rot/gold ist, steht im Grundgesetz. Das gilt seit 1949, also seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Die Geschichte der Deutschen Flagge reicht aber viel weiter zurück bis in die Zeit der Befreiungskriege.

Vor nunmehr 200 Jahren kämpften Deutsche – darunter sehr viele Studenten – aus allen Teilen Deutschlands gegen den französischen Herrscher Napoleon. Die Soldaten, die aus ganz Deutschland kamen, hatten sehr unterschiedliche Uniformen. Um einheitlicher auszusehen, färbten sie einfach ihre Uniform in schwarz, die Aufschläge in rot und die Knöpfe golden. Jede Farbe hatte eine besondere Bedeutung: Schwarz stand für die schlechten Bedingungen, in denen die Menschen größtenteils lebten, Gold für die Freiheit, die sie erlangen wollten und Rot für das Blut, das im Kampf vergossen wurde.

Freiheit und gleiche Rechte für alle wollten auch die Menschen erreichen, die sich zu einem Treffen auf dem Hambacher Schloss im Jahr 1832 versammelten. Deswegen kamen viele von ihnen auch mit schwarz/rot/ goldenen Fahnen. Und schließlich hatte dann 1848 die erste offizielle deutsche Flagge schwarz/rot/gold.

Preußen, als wohl einflussreichster deutscher Staat, versuchte die deutschen Einigungsbestrebungen in Bahnen zu lenken, die den eigenen Interessen entsprachen.

Der bedeutendste Schritt in diese Richtung war die Gründung des Norddeutschen Bundes im Jahre 1867. Otto von Bismarck veranlasste als preußischer Ministerpräsident persönlich durch die am 1. Juli 1867 in Kraft getretene Verfassung die Annahme einer neuen Flagge für die Kriegs- und Handelsmarine in schwarz-weiß-rot gestreift.

Otto von Bismarck plädierte schließlich am 9. Dezember des Jahres in einem ersten Verfassungsentwurf des Norddeutschen Bundes für diese Kombination, und auch der preußische Marineminister Prinz Adalbert von Preußen sprach sich in einem Vortrag vor König und Kronprinz dafür aus. Die Farben schwarz/weiß/rot wurden schließlich am 22. Juni 1867 in der fertigen Verfassung festgelegt. Der Öffentlichkeit wurde erklärt, dass Schwarz/Weiß für die preußischen und Rot/Weiß für die Hansestädte stünden. Obwohl die Hanse selber zwar als Städtebund nie eine eigene einheitliche Flagge hatte, führten die Wappen fast aller Mitgliedsstädte die Farben Weiß und Rot.

Die neuen Farben passten mit den Farben des Königs von Preußen, Wilhelm I. perfekt zusammen. Schwarz/Weiß waren die Farben Preußens und Rot/Weiß die der Mark Brandenburg. Gegen die neue Flagge in schwarz/weiß/rot gab es auch kaum Widerstand – und selbst den Anhängern von Schwarz/Rot/Gold war dieser erste Schritt einer Vereinigung der deutschen Staaten wichtiger als die Farbgebung der Flagge.

So wurde diese Flagge schließlich zur Nationalflagge des Deutschen Reiches von 1871 bis 1918, das den Norddeutschen Bund ablöste.

Nach der Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg wurde die schwarz/weiß/rote Flagge in der Weimarer Republik am 14. August 1919 wieder durch eine Schwarz/Rot/Goldene Flagge ersetzt.

Die erste Flaggenverordnung vom 31. Juli 1921 legte weitere Flaggen fest. Es wurden fünf schwarz/rot/goldene bzw. fünf schwarz/weiß/rote Grundtücher festgesetzt. Diese komplizierte Regelung gefiel jedoch niemandem, und jedes Lager betrachtete seine Farben als die wahren Farben der Deutschen Flagge.

Die deutsche Handelsflotte fuhr somit bis 1933 mit den Farben Schwarz/Weiß/Rot und hatte zusätzlich eine Gösch (die kleine Flagge am Bug) in den Farben Schwarz/Rot/Gold.

Auf die anschließende Zeit des Nationalsozialismus möchte ich hier nicht weiter eingehen. Auch wenn diese Zeit nicht verdrängt werden kann und darf, so muss sie zumindest meiner Meinung nach nicht immer wieder Berücksichtigung finden, zumal diese ca 15 Jahre in der zeitlichen Entwicklung der Deutschen Flagge zum Glück nur eine Nebenrolle spielen.

Die Farben der Deutschen Flagge stehen für Freiheit und Einheit, für Demokratie, für Recht und Gerechtigkeit. Sie sind ein Symbol für den freiheitlichsten, menschlichsten und sicher auch erfolgreichsten Staat, den es je auf deutschem Boden gegeben hat. So wie unsere Nachbarn

ganz selbstverständlich zu ihrer Nation stehen, so haben auch wir das Recht und die Verpflichtung dazu in einem Europa der Vaterländer.

Rückblickend auf die Entwicklung und Rückbesinnung auf ein natürlichesNatianalbewusstsein seit der Fußballweltmeisterschaft sei aber auch gesagt, dass scheinbar in Teilen unserer Gesellschaft nur noch im Sport Regeln, Leistung und Teamgeist als allgemein verbindlich und vorbildlich anerkannt werden.

Wenn man Fußballspieler oder ehemalige wie Neuer, Müller, Schweinsteiger, Klose oder Özil wegen ihrer hervorragenden Leistungen bejubelt, dann ist das verständlich. Aber wir müssen auch daran denken, dass es im Alltag auch nicht ohne – dann die eigene – Leistung geht.

Wenn eine deutsche Elf wegen ihres Teamgeistes gelobt wird, dann muss man daran denken, dass Teamgeist auch anderswo gefragt ist, nämlich am Arbeitsplatz, in der Familie, im öffentlichen Leben. Es gibt nicht nur das „Ich“ in dieser Gesellschaft, es gibt auch das „Wir“!

Und auch im täglichen Leben gelten Regeln für das Miteinander.

Wer sich an diese Regeln nicht hält, der muss dafür gerade stehen und die Konsequenzen tragen.

Wer in diesem Land meint, er müsse ausschließlich sein privates Süppchen auf Kosten anderer kochen, dem müssen wir seine Grenzen aufzeigen, auch wenn es weh tut!

In der geschichtlichen Entwicklung sind es, neben vielen anderen, gerade die Gilden gewesen, die den vaterländischen Bestand gefördert und bewahrt haben!

"Nimmer wird das Reich vergehen, wenn ihr einig seid und treu".

So ist es eingemeißelt am Deutschen Eck in Koblenz zu lesen und so können wir auch aus dem "Lied der Deutschen" zuversichtlich jene 3. Strophe singen, die nach den vergangenen geschichtlichen Epochen erfreulicherweise zu unserer Nationalhymne wurde.

"Einigkeit und Recht und Freiheit für das Deutsche Vaterland".

In diesem Sinne bitte ich Sie, sich zu erheben, und mit mir darauf anzustoßen und danach unsere Nationalhymne zu singen.

Ich trinke mit Ihnen und Euch auf das Wohl unserer Neustädter Schützengilde und der Bewahrung und dem Erhalt ihrer Traditionen – gemäß meinem Königsspruch von 2007 „Traditionen bewahren, aber mit der Zeit gehen“ !

„Prost !“

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit !